Ev. Kirche
Hinter dieser Dreiteilung des Kirchengebäudes steckt die Vorstellung, dass es in der christlichen Gemeinde drei Gruppen gibt, die sich auf ihrem Weg zu Gott deutlich voneinander unterscheiden: der noch nicht Getaufte, das getaufte Kirchenmitglied und der Priester, der in dieser Rangfolge an oberster Stelle steht als Mittler zwischen Gott und den Menschen. Deshalb wird auch dessen Bereich am kostbarsten ausgestaltet; denn hier ist der Gläubige Gott am nächsten. Aus diesem Grund ist in der Mitte des Kirchenschiffs ein Weg - es ist eigentlich eine Prozessionsstraße - freigelassen, auf der sich die Gemeinde zu Gott hinbewegt, an dessen Ende und Ziel auch heute noch im römisch-kath. Gottesdienst die Vereinigung Gottes mit den Menschen in der Feier der Eucharistie stattfindet. Der Chorraum drückt zum einen durch die Eucharistiefeier am Altar_ die unmittelbare Nähe Gottes aus, darüber hinaus macht die Gestaltung des gesamten Kirchenraumes - wie auch in unserer Kirche - deutlich, dass unser Gottesdienst eine Bewegung zu Gott hin ist. Die Gemeinde nimmt an dem Opfertod und an der Auferstehung Jesu teil, der, wie unsere Fenster dieses verdeutlichen, begleitet wird von den vier wichtigsten Aposteln und hinaufführen zu den vier Evangelisten, die das Lamm umgeben, und weiter zu Christus, die strahlende Sonne als End- und Zielpunkt unseres Lebens und unserer Welt.
Das Kirchengebäude wird so zum Abbild des himmlischen Jerusalem, wie es in Offb.21,10ff. beschrieben wird: »Und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, welches von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie hatte den Strahlenglanz Gottes. Ihr Glanz war wie der köstlichste Edelstein, wie der kristallartige Jaspis. Groß und hoch waren die Mauern; 12 Tore hatte sie und über den Toren 12 Engel... Die Mauer der Stadt hatte 12 Grundsteine, auf diesen standen die 12 Namen der 12 Apostel des Lammes... Die Straßen der Stadt waren reines Gold, dem durchsichtigen Kristalle gleich... Die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes zu ihrer Beleuchtung; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie.«
Wenn wir ein Kirchengebäude betreten, gehen wir in einen Raum, der den Abglanz des himmlischen Jerusalem widerspiegelt. Seine Tore, die den Eingang zum Himmel bedeuten, seine Straßen in Form von Prozessionsstraßen (von unseren Brautleuten und unseren Konfirmanden wird der Mittelgang gerne zum Einzug bevorzugt), seine strahlenden Wände und besonders seine Fenster, die seit der Gotik mit ihrer Glasmalerei das göttliche Licht in die Kirche eindringen lassen und somit die feiernde und betende Gemeinde mit Gott „ vereint, geben ein deutliches Zeichen davon. Wir sollen schon jetzt etwas von der kommenden Herrlichkeit erleben.
Diese Tradition wurde und wird vor allem in den katholischen Kirchen gepflegt, während die evangelischen Kirchen sich sehr distanziert und auch kritisch gegenüber dieser Interpretation eines Kirchengebäudes äußerten. Da unser Chorraum, der älteste Teil unserer Kirche, diese Tradition verkörpert, wollen wir uns im nächsten Regenbogen ausführlich mit seiner Architektur und besonders mit seinen Fenstern beschäftigen.
Durch einen Triumphbogen betreten wir den Chorraum, den ältesten Teil unserer Kirche. Jene ließen sich die römischen Kaiser nach einem Sieg errichten. Der Vergleich mit dem Sieg Jesu über die Macht des Satans, der am Ende der Zeit für immer vernichtet werden soll, liegt nahe. Der Gläubige wird mit dem Triumphbogen daran erinnert, dass Christus schon jetzt der Herr der Welt ist.
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Hinter dieser Dreiteilung des Kirchengebäudes steckt die Vorstellung, dass es in der christlichen Gemeinde drei Gruppen gibt, die sich auf ihrem Weg zu Gott deutlich voneinander unterscheiden: der noch nicht Getaufte, das getaufte Kirchenmitglied und der Priester, der in dieser Rangfolge an oberster Stelle steht als Mittler zwischen Gott und den Menschen. Deshalb wird auch dessen Bereich am kostbarsten ausgestaltet; denn hier ist der Gläubige Gott am nächsten. Aus diesem Grund ist in der Mitte des Kirchenschiffs ein Weg - es ist eigentlich eine Prozessionsstraße - freigelassen, auf der sich die Gemeinde zu Gott hinbewegt, an dessen Ende und Ziel auch heute noch im römisch-kath. Gottesdienst die Vereinigung Gottes mit den Menschen in der Feier der Eucharistie stattfindet. Der Chorraum drückt zum einen durch die Eucharistiefeier am Altar_ die unmittelbare Nähe Gottes aus, darüber hinaus macht die Gestaltung des gesamten Kirchenraumes - wie auch in unserer Kirche - deutlich, dass unser Gottesdienst eine Bewegung zu Gott hin ist. Die Gemeinde nimmt an dem Opfertod und an der Auferstehung Jesu teil, der, wie unsere Fenster dieses verdeutlichen, begleitet wird von den vier wichtigsten Aposteln und hinaufführen zu den vier Evangelisten, die das Lamm umgeben, und weiter zu Christus, die strahlende Sonne als End- und Zielpunkt unseres Lebens und unserer Welt.
Das Kirchengebäude wird so zum Abbild des himmlischen Jerusalem, wie es in Offb.21,10ff. beschrieben wird: »Und zeigte mir die heilige Stadt, Jerusalem, welches von Gott aus dem Himmel herabkam. Sie hatte den Strahlenglanz Gottes. Ihr Glanz war wie der köstlichste Edelstein, wie der kristallartige Jaspis. Groß und hoch waren die Mauern; 12 Tore hatte sie und über den Toren 12 Engel... Die Mauer der Stadt hatte 12 Grundsteine, auf diesen standen die 12 Namen der 12 Apostel des Lammes... Die Straßen der Stadt waren reines Gold, dem durchsichtigen Kristalle gleich... Die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes zu ihrer Beleuchtung; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie.«
Wenn wir ein Kirchengebäude betreten, gehen wir in einen Raum, der den Abglanz des himmlischen Jerusalem widerspiegelt. Seine Tore, die den Eingang zum Himmel bedeuten, seine Straßen in Form von Prozessionsstraßen (von unseren Brautleuten und unseren Konfirmanden wird der Mittelgang gerne zum Einzug bevorzugt), seine strahlenden Wände und besonders seine Fenster, die seit der Gotik mit ihrer Glasmalerei das göttliche Licht in die Kirche eindringen lassen und somit die feiernde und betende Gemeinde mit Gott „ vereint, geben ein deutliches Zeichen davon. Wir sollen schon jetzt etwas von der kommenden Herrlichkeit erleben.
Diese Tradition wurde und wird vor allem in den katholischen Kirchen gepflegt, während die evangelischen Kirchen sich sehr distanziert und auch kritisch gegenüber dieser Interpretation eines Kirchengebäudes äußerten. Da unser Chorraum, der älteste Teil unserer Kirche, diese Tradition verkörpert, wollen wir uns im nächsten Regenbogen ausführlich mit seiner Architektur und besonders mit seinen Fenstern beschäftigen.
Durch einen Triumphbogen betreten wir den Chorraum, den ältesten Teil unserer Kirche. Jene ließen sich die römischen Kaiser nach einem Sieg errichten. Der Vergleich mit dem Sieg Jesu über die Macht des Satans, der am Ende der Zeit für immer vernichtet werden soll, liegt nahe. Der Gläubige wird mit dem Triumphbogen daran erinnert, dass Christus schon jetzt der Herr der Welt ist.


